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Die Galerie Karsten Greve freut sich, der japanischen Künstlerin Leiko Ikemura vom 18. Dezember 2009 bis zum 6. September 2010 eine umfangreiche Einzelausstellung zu widmen. Gezeigt wird eine Auswahl an neuen Zeichnungen, Malerei und Skulpturen aus den letzten drei Jahren. Im Fokus steht dabei die Verbindung von Mensch und Natur, von Einfachheit und Komplexität, vom scheinbar flüchtigen Moment und dauerhafter Präsenz, Aspekte, die sich durch Leiko Ikemuras gesamtes Oeuvre ziehen.#Momente des Übergangs, die Situation der Schwelle als ein räumliches wie metaphysisches Prinzip, werden insbesondere in den Horizontbildern deutlich, die seit Mitte der 1990er Jahre entstehen. Hier scheint der Moment des Hervortretens das wesentliche Anliegen von Leiko Ikemura zu sein. Der „leere Raum“ wird durch die Horizontale erst als solcher erkennbar. Es ist ein Ort der beruhigenden Leere, der tiefen Meditation. Die horizontale Linie symbolisiert dabei Halt, Ordnungsschema und Bezugsrahmen einerseits, sowie Ferne, Unendlichkeit und Transzendenz andererseits.#In einer Reihe von neu entstandenen Zeichnungen sind es Wasser- und Wolkenformationen, die Assoziationen an Horizonte hervorrufen. Sowohl liegende als auch stehende weibliche Figuren agieren in diesem unbestimmten Raum – sie balancieren in einem Grenzbereich von Sein und Nichtsein.#In einem dunklen undefinierten Raum scheinen auch die seit 2007 entstehenden floating heads zu schweben. Während die Gesichtszüge der Figuren in den frühen Arbeiten nur äußerst reduziert angedeutet wurden, zeigt sich als Novum in den seitlich gelagerten, unheimlich und träumerisch wirkenden Feuerköpfen nun ein zunehmendes Interesse am bedingt individuellen Ausdruck. Dabei leben die Arbeiten Leiko Ikemuras stark aus der Farbe heraus, die sie in den unterschiedlichen Medien gekonnt einsetzt. In ihren Bildern und Zeichnungen schafft sie atmosphärische Situationen durch zaghafte Formen und fließende Farbübergänge.#In ihren Figurenbildern wird der Aspekt der Schwelle durch die Mädchengestalten selbst thematisiert. Sie befinden sich auf der Grenze zwischen Kindheit und Adoleszenz. War ursprünglich eine einzelne weibliche Figur Zentrum der Kompositionen, so tendiert Leiko Ikemura in den letzten Jahren zunehmend zu mehrfigurigen Bildern im Großformat.#Die plastischen Baum- und Waldwesen beleuchten die Situation des Übergangs aus einem wieder anderen Blickwinkel. Seit jeher durchzieht das Moment der Verschmelzung zwischen Tier und Mensch das Werk Ikemuras. Die Gleichrangigkeit aller Geschöpfe, die Verwandtschaft, das Miteinander der Kreaturen ist ein immanentes Thema. Leiko Ikemura ist der anthropomorphe Ausgangspunkt von Körperlichkeit wichtig. Dabei erscheinen ihre Figuren oft rätselhaft, entziehen sich einer genauen Definition und stehen für sich gelöst da. So sind Vogelmensch oder Waldwesen hybride Erscheinungen unbekannter Bereiche.#Leiko Ikemura wurde 1951 in Tsu/Japan geboren. Sie absolvierte ein Studium der Bildhauerei in Osaka, Sevilla und Granada, bevor sie von 1979 bis 1983 in der Schweiz lebte und 1985 nach Köln umsiedelte. Leiko Ikemura lebt und arbeitet in Köln und Berlin, wo man sie 1991 als Professorin für Malerei an die Hochschule der Künste berief.