Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
Organe, Eingeweide und Genitalien, die ein
Eigenleben führen. Sie bilden fleischige Haufen.
Sie treten in Interaktion mit Kreaturen, die zwar
menschliche Züge haben, doch mit ihren
maskenhaften Gesichtern, runzliger, fleischiger
Haut und offenen Wunden wirken, als seien sie
aus dem schlimmsten Albtraum entsprungen. /
Glänzende Perlenstränge strömen aus offenen
Rehhälsen, als würde sich das Innere der Tiere
über den Boden ergießen. Sie laufen ineinander
und bilden rätselhafte, schillernde Formen. #
So unterschiedlich die Künstler Gregory
Jacobsen (US) und Myriam Mechita (FR)
arbeiten, beide krempeln die Realität um. Sie
stülpen das Innere nach Außen. Machen
sichtbar, was sonst im Verborgenen liegt und
offenbaren surreale Eindrücke. #
"Dance of the Retarded Girl Slumped Sideways,"
"Massive head, foul smelling," "Choked off
Clotting Lamp" sind Musiktitel des vielseitigen
Chicagoer Künstlers Gregory Jacobsen, die
genauso gut Titel seiner in meisterlicher Manier
gemalten Acrylbilder sein könnten. Ob mit
Musik, Malerei, Performance, der Künstler
möchte unstimmige, groteske Gefühle
hervorrufen. Dies erreicht er u. a. mit dem
Ausdruck seiner Geschöpfe, die körperliche
Mängel und Zerfall in keiner Weise stören. Sie
wirken glücklich und zufrieden. #
Myriam Mechita verteilt verstümmelte Tierkörper
und abgeschlagene Köpfe in
Ausstellungsräumen. Diese versieht sie mit
polierten Oberflächen, glänzender Glasur und
Glasperlen. Das kontrastreiche
Aufeinandertreffen von entstellten Körpern und
schimmernden Materialien verleiht den Werken
eine enorme Spannung. Spiegel und Glas
reflektieren das Licht und spiegeln den sie
umgebenden Raum. /
Es entstehen verzerrte Perspektiven, die die
Wahrnehmung attackieren. Die skulpturalen
Elemente scheinen im Moment zu verharren,
bevor wieder alles zu fließen beginnt.