Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
Wir gehen Verbindungen ein, mit Artgenossen,
mit anderen Lebewesen. Wir bilden Systeme,
werden Teil von Systemen, brechen mit ihnen,
um uns Neuen anzuschließen. In einem engen
Kreis aus Zeit inmitten des zeitlosen Chaos
kreieren wir unsere Wirklichkeit. Immer bemüht,
die Realität nach eigenem Gutdünken zu formen,
immer die Kontrolle zu behalten. Doch
manchmal werden wir erfasst, einer Fliege
gleich, die vom süßen Duft der Venusfliegenfalle
angelockt, ihrem Verderben entgegenfliegt.
Dann schlägt uns die Wirklichkeit hart ins
Gesicht, erwischt uns mit ihrer eiskalten Hand. #
In Barbara Breitenfellners Installation wird die
harte Fliegen-Wirklichkeit neben Spuren der
inszenierten Wirklichkeit des Films gesetzt. Im
Gewächshaus verspeisen fleischfressende
Pflanzen so manches Insekt, dazwischen fliegen
die Utensilien eines Filmschneidelabors herum.
Ein Gleichnis für die Vergänglichkeit und
Suggestivität der Bilder, die uns alltäglich
begegnen. Die Künstlerin legt mit ihrer Arbeit die
Schattenseiten und Anomalien einer vermeintlich
vertrauten und bekannten Welt bloß, deren
erlebte Wirklichkeit auf mediale Bilder aufbaut.
#
„Chemo Babe“. Seit Jahren fotografiert Eileen
Wunderlich tote Tiere. Bevor ein Bild entsteht,
bandagiert, näht und drapiert die Künstlerin.
Jedes Tier erhält einen neuen Charakter.
Dieses Jahr schlüpfte Eileen Wunderlich selbst in
unterschiedliche Rollen, um für kurze Zeit der
Realität ihrer Krankheit zu entkommen. Sie
persiflierte ihre eigene Wirklichkeit und
gleichzeitig die Welt dort draußen. #
Auf Carolin Löbberts onirischen Bildern tummeln
sich bunte Vögel. Sie sitzen auf dicken Ästen
und singen. Doch nach dem ersten Eindruck von
harmonischer Natur entdeckt man den Tod im
Gebüsch und seine maskierte Gefolgschaft
lauert im Tümpel. Dicke Tropfen durchziehen die
Bilder. Die Vögel singen nicht nur. Sie schlagen
Alarm. Sie bluten, scheißen und sterben in der
unwirtlichen Welt um sie herum. #
All diese Arbeiten haben zugleich etwas Düsteres
und Heiteres durch die alles durchdringende,
spürbare Kraft des Lebens.