Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
Das Bonner Frauenmuseum zeigt vom 31. März bis 12. Mai 2013 diese Ausstellung aus dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst.
Um den Kriegseinsatz von mehr als 800.000 Frauen in der Roten Armee ranken sich Schreckbilder und Mythen. Den Deutschen galten sie als „Flintenweiber“, als herausragende Beispiele bedrohlicher Entartung. In der sowjetischen Propaganda der Kriegsjahre erschienen Frauen fast ausschließlich als Helferinnen des kämpfenden Mannes. Selten wurden sie auch als Angehörige der Fronttruppen erwähnt. In der Nachkriegszeit wurden der Beitrag und die Erfahrungen der weiblichen Soldaten der Roten Armee in der offiziellen wie gesellschaftlichen Erinnerung der Sowjetunion weitgehend tabuisiert. Im schroffen Gegensatz zu den männlichen Soldaten erfuhr die große Mehrheit der Rotarmistinnen weder Heroisierung noch Verehrung als Veteranen. Ihre Leistungen und ihr Frontalltag sind bis heute weitgehend aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwunden.
Die Ausstellung thematisiert die Schreckbilder und Mythen um die Rotarmistinnen und setzt ihnen die vielschichtige Realität ihres Fronteinsatzes entgegen. Das Thema der Frauen an der Front bezieht sich nicht nur auf eine fremde Gesellschaft in einer fernen Vergangenheit. Heutzutage leisten Frauen in vielen Armeen dieser Welt Dienst; so auch in der Bundeswehr. Zweifellos war der Kriegseinsatz von Frauen in der Roten Armee der konsequenteste Vorläufer dieser Entwicklung.
Das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst erinnert am Ort der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 an das Kriegsende in Europa. Es ist eine bilaterale Einrichtung, die gemeinsam von der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation getragen wird. Als einziges Museum in Deutschland erinnert es mit einer Dauerausstellung an den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion.
c/o Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst; Beiträge von Friedensinitiativen und aktuelle Kunst
Foto oben: Scharfschützin Marija Kuwschinowa, o.O. Mai 1944. Museum Berlin-Karlshorst, Foto: Michail Sawin
Programm:
31.3. 2013 / Ostersonntag, 13 Uhr
Eröffnung der Ausstellung:
Begrüßung: Marianne Pitzen
Zum Anlass: Angelica Maria Kappel, Bürgermeisterin der Stadt Bonn
Zur Ausstellung: Olena Petrenko, Historikerin
Sonntag, 14. 4.2013, 15 Uhr
Vortrag zum Thema von Margot Blank, Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
Sonntag, 21.04.2013, 15 Uhr
Sr. Lea Ackermann, SOLWODI, Kriegsschauplatz Körper, Übergabe des Erlöses der Benefiz-Aktion des Frauenmuseums
Samstag, 4.05.2013, Macke-Viertel-Fest
14 - 18 Uhr, Modenschau „Uniform-Unikat“, Präsentation der Ergebnisse der Osterferien-Kurse
Sonntag, 12.05.2013
Internationaler Museumstag mit Finissage; Kampfsportvorführung Judo Club Beuel