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Vorbesichtigung zur 39. Versteigerung.
Am 17. November wird das Herbstwetter wieder durch eine breit angelegte Auswahl an Werken der ostdeutschen Kunstszene erhellt. Denn es passiert nicht oft, dass sich so viele Highlights ostdeutschen Kunstschaffens in einer einzigen Auktion aneinanderreihen. Die Sammler und Liebhaber von Gemälden, Zeichnungen, Druckgraphiken und Skulpturen werden interessante Positionen in ihren jeweiligen Interessenbereichen vorfinden.
Besonders erwähnt werden muss der international bekannte Ausnahmekünstler Gerhard Altenbourg. Die runde Auswahl an Graphiken des Meisters, wird von einem besonderen Prachtstück gekrönt. Dem Kassetten-Malerbuch „Wund-Denkmale“ (Taxe: 9500 Euro). Diese auf dem Kunstmarkt rare Kostbarkeit enthält neben zehn blattgroßen Farbholzschnitten und achtzehn weiteren Holzschnitten auch eine zusätzlich beigelegte Zeichnung, die das Kunstwerk zu einem nicht nur von Liebhabern geschätzten Unikat werden lässt. In vorliegendem Fall handelt es sich um eine wundervoll sanfte und in einer farblichen Harmonie gehaltenen Zeichnung auf Japanpapier. Gerhard Altenbourg persönlich hat in sechsjährigem Arbeitsaufwand dieses Malerbuch gestaltet. Die „Wund-Denkmale“ können damit als eines der letzten Hauptwerke des Künstlers bezeichnet werden.
Der Dresdner Künstler Hans Jüchser wird in seinem Ölbild „Terrasse Moritzburg“ (Taxe: 12500 Euro) seinem Motto „Die Malerei, wie ich sie verstehe, muss Poesie sein“ gerecht. Dieses, Architektur und Landschaft auf lockere Weise verbindende Bild, ist eine Reflexion auf die häufigen Urlaubsaufenthalte des Künstlers in einem Cavalierhaus auf Schloß Moritzburg.
Eine bereits große „Fangemeinde“ hat die ebenfalls aus Dresden stammende Künstlerin Herta Günther. Die Künstlerin erschafft in ihren Kneipen- und Kaffeehaus-Bildern in spezifischer und einzigartiger Manier eine melancholische Stimmung, die sich mit geradezu schelmischem Witz verbindet. Da die „Grande Dame“ der Dresdner Malerei meist filigrane, kleinere Formate bevorzugt, kommt es nicht sehr oft vor, dass man ein relativ großformatiges Ölbild der Malerin wie das hier angebotene „Reserviert“ (Taxe: 4500) ergattern kann.
Die Dresdner Kunstszene wird jedoch noch durch eine weitere Position hervorgehoben: Hermann Glöckners „Verdrehtes Pi“ (Taxe: 3300), eine Temperaarbeit auf Zeitungspapier aus dem Jahr 1959, ist vom Künstler als Hoch- und Querformat angelegt worden!
Besondere Stellung erhält Dresden auch durch den Avantgardekünstler Edmund Kesting. Vier Arbeiten warten auf neue Besitzer. Unter anderem das Ölbild „Vegetative Formen“ (Taxe: 4000 Euro) und das frühe Aquarell „Das Waldhaus“ (Taxe: 2800 Euro) aus dem Jahr 1919.
Der Leipziger Sighard Gille, unter anderem bekannt als Lehrer der Generation der „Neuen Leipziger Schule“, macht seinem Namen mit dem Ölbild „C.W. Am Schuh“ alle Ehre. Das expressive Werk voller wuchtiger Farbigkeit ist eine der neueren Arbeiten des Künstlers (Taxe: 4400).
Zu den bekanntesten Künstlern Leipzigs zählt Max Schwimmer, dessen Aquarell „Abschied des Stülpner Karl von der Wolffin“ (Taxe: 1700) auf der Herbstauktion angeboten wird.
Der prominenteste Vertreter des sogenannten „Berliner Schule“, Harald Metzkes, ist durch ein breites Angebot vertreten, indem eine Arbeit aus dem Jahr 1984 hervorzuheben ist. Das Ölbild „Zwiebelstilleben“ knüpft unverkennbar an die frühe „schwarze Phase“ des Künstlers an und besitzt einen besonders malerischen Klang durch die tonige Farbpalette und eine zentrierte Komposition.
Manfred Böttcher, dem Ostdeutsche Kunstauktionen in diesem Jahr eine zweiteilige Ausstellung widmete, gehörte zu den begabtesten Berliner Malern. Die Ölbilder „Stilleben mit Fisch“ (Taxe: 4500) und „Akte am Strand“ (Taxe: 3600 Euro) unterstreichen dies eindrucksvoll.
Aus dem Auktionsangebot herauszuheben sei auch die Radierung von Käthe Kollwitz „Bewaffnung in einem Gewölbe“. Die rare und spannungsreiche Darstellung aus dem Bauernkrieg-Zyklus wurde mit 1700 Euro taxiert.
Besondere Aufmerksamkeit verdient das spannende Angebot der Graphikmappen und Künstlerbücher, das allen Besuchern der Vorbesichtigung empfohlen sei.
Die angebotenen Arbeiten können vom 30. Oktober bis zum 15. November in den Geschäftsräumen von Ostdeutsche Kunstauktionen in der Bänschstr. 35 im Berliner Bezirk Friedrichshain besichtigt werden. Der Auktionskatalog ist unter ostdeutsche-kunstauktionen.net verfügbar. Auf Wunsch wird dieser auch verschickt.
Die abgebildetete Arbeit: G.Altenbourg, Wund-Denkmale, Kassetten-Malerbuch, mit 28 Farbholzschnitten und einer Zeichnung - Abb. der Zeichnung "Bläßlicher Lustgeiger attackiert begabt hochmutvolle Schleck-Maus; Ja Ja Wischiwischi", Gouache, Aquarell, Tusche, Graphit auf Japanpapier, 1980, 280x312 mm