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Reiss-Engelhorn-Museen, ZEPHYR - Raum für Fotografie im Museum Bassermannhaus C4, 9
Michael Schäfer, der Preisträger des WeldeKunstpreises Fotografie 2011, verführt unsere Augen. Mit Freude und Bedacht benutzt er unser visuelles Gedächtnis und führt es in die Irre, indem er subtil verändert, was zu sehen wir gewohnt sind. Seine klugen Bildschöpfungen erinnern uns an jene sattsam bekannte Pressebilder, durch die Politiker oder Wirtschaftslenker in den Medien präsentiert werden: Obwohl wir sie noch nie gesehen haben, meinen wir, uns an seine Bilder erinnern zu können. Denn er reflektiert unter dem Titel „Vorbilder“ in doppelter Weise das Wesen der Bilder. Einerseits benennt er die Funktion, die wichtigen Menschen gerne zugeschrieben wird, nämlich dass diese Vorbilder sind, sein wollen, oder sein sollen. Und andererseits thematisiert er das technische und künstlerische Vorgehen in seinen Bildern, die weit mehr als bloße Fotografie sind: Schäfer benutzt bereits existierende Bilder, also Vorbilder, als Basis für ganz neue Werke.
Aus dem vorhandenen Pressebild entfernt er einen oder mehrere der Akteure und besetzt die entstandenen Leerstellen durch von ihm ausgewählte Schauspieler. Diese spielen für seine Bilder dann die Rolle des Industriekapitäns, des Redners, Richters oder Politikers nach und schlüpfen nahtlos in die Rolle ihrer Vorbilder.
Schon die ausgeschnittenen „Vorbilder“ hatten in ihrem realen Dasein eine Rolle gespielt oder eingenommen und die Schauspieler verfahren ebenso: Wir haben es also mit einem doppelten Rollenspiel zu tun: die gespielte Rolle ahmt eine berufliche oder gesellschaftliche Rolle nach.
Di – So, 11 – 18 Uhr,
auch an Feiertagen geöffnet,
außer 24. und 31.12.