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Ausstellung

Wechselschicht_Weltdepot : Rainer Barzen | Schicht 1 – Ausstellung in Bonn

Wechselschicht_Weltdepot : Rainer Barzen | Schicht 1
Wir freuen uns außerordentlich mit dem Projekt Wechselschicht_Weltdepot die Positionen von
Rainer Barzen und Ingrid Roscheck (beide Köln) im Esszimmer präsentieren zu dürfen. In kuratorischer
Zusammenarbeit mit der Kulturhistorikerin Silke Dombrowsky (Bonn) zeigt das Esszimmer
erstmals zwei ineinander greifende Einzelausstellungen.
Dazu gehen Rainer Barzen und Ingrid Roscheck auf Wechselschicht. Beide verstehen die Wirklichkeit
des Lebens und das Versammeln der eigenen Welt als kulturellen Austauschprozess. In unterschiedlicher Herangehensweise
verändern sie den Kontext eines Gegenstandes und verlagern diesen in andere (Sinn-)Schichten. Die
Mehrdeutigkeit und Gleichzeitigkeit individueller wie kollektiver Identität werden als profunde Aspekte der Gegenwartskunst
erfahrbar.
Mit der Vernissage von Rainer Barzen am 8. April 2016 geht zeitgleich im Kunstlager der beiden Künstler in
Köln-Weidenpesch eine Webcam online. Der Live-Stream wird im gesamten Ausstellungszeitraum sowohl auf der
homepage wie im vorderen Ausstellungsraum des Esszimmers präsent sein. Die doppelte Wirklichkeit im
Werk von Barzen und Roscheck entfaltet so eine weitere Wahrnehmungsschicht. Die ganze Welt nimmt
nachbarschaftlich am Ausstellungsprojekt teil.
Rainer Barzen erstaunt es zu sehen „was passiert, wenn Dinge aus dem Stromkreis des Gewohnten herausgenommen,
angehalten werden“. Die so isolierten, segmentierten und zumeist entfärbten Gegenstände, Situationen
und Fragmente finden auf diese Weise, so Barzen, „eine Pause“, das Bild dient als „Ding-Genesungsheim“, in dem
sich die ausgesuchten Motive erholen dürfen.
Rainer Barzen versteht sich selbst als „nicht sedimentierungsscheu“. In diesem Sinne kann sein Gesamtwerk
durchaus als das Ablagern von Teilchen unter dem Einfluss der Gewichts- oder Zentrifugalkraft verstanden werden.
Seine Werkkapitel bilden ein künstlerisches Depot und sind zugleich „Arbeiten an offenen Enden, die neues Denken
anregen, das nicht zu Ende gedacht werden muss“.
Im Esszimmer legt Barzen, seit 2005 Dozent für experimentelles Gestalten an der Universität zu Köln,
diese Herangehensweise offen: Seine Arbeit s/w LD (2012-15 Pastell a/Bütten 64 x 76,5 cm) ist Schlüsselwerk,
dessen Stringenz er durch das „Einschieben von weiteren Dingen“ aus verschiedenen Kapiteln seines Gesamtwerkes
erzählerisch zusammenfügt.
Mit seiner aktuellen Serie SHOTS präsentiert Barzen erstmals seinen „Reflex über das Ding Smartphone“. In
malerischer Aneignung referiert er jene Farbflächen, die für einen kurzen Augenblick in digitalen Endgeräten aufscheinen,
nachdem eine Bilder-Suchanfrage ins elektronische All geschossen wird. Diesem Moment der farblichen
Mittelwerte verschafft Barzen die für sein Werk so typische Pause. Das Format des Smartphones wird verlassen,
die gewählten Ausschnitte des Sichtbaren erschließen neue und mehrdeutige Einsichten mit offenem Sinnzusammenhang.
Nicht zuletzt die Neugierde nach der ursprünglichen Suchanfrage des Künstlers öffnet neue Räume
im ganz eigenen Weltdepot der Betrachtenden.
Rainer Barzen schärft in vielschichtiger, künstlerischer Fragestellung das Bewusstsein für den fließenden Austausch
individueller und kollektiver Erfahrungswelten.
Das Esszimmer –
Raum für Kunst+ | Mechenstrasse 25, D-53129 Bonn | www.dasesszimmer.com
Schon jetzt machen wir auch auf den Schichtwechsel, die Vernissage von Ingrid Roscheck |
2. Schicht und das Gespräch im Kunstlager von Barzen und Roscheck in Köln Weidenpesch
aufmerksam, die jeweils zeitnah gesondert angekündigt werden.
Das Prinzip der Pause in Barzens Werk wird im Schichtwechsel und der anschließenden Einzelausstellung von
Ingrid Roscheck abgelöst, die in künstlerischer Vereinnahmung der Ausstellungsräume im Esszimmer
ihr ganz eigenes Weltdepot vorstellt.
Innerhalb einer interdisziplinären Diskussionsrunde im Kunstlager von Barzen und Roscheck in Köln-
Weidenpesch geht gleichfalls der Showroom der Ausstellung auf Wechselschicht . Entlang der Fragestellung Wann
ist Kunst Kunst? beleuchten ausgesuchte art professionals die Bedingungen von Produktion, Präsentation und Konservierung
von Kunst.
Mit dem Projekt Wechselschicht_Weltdepot wird das Medium Ausstellung – im Sinne Paolo Bianchis
– experimentelle Probebühne und Ausdrucksmittel des Probehandelns, Fragens und Appellierens. Die existenziellen
Rahmenbedingungen zeitgenössischer Kunstproduktion und ihrer Akteure treten offen zu Tage und werden im
Kontext unterschiedlicher Räume befragt.
Wechselschicht_Weltdepot spannt ein Universum aus White Cube, Kunst-Depot, Live-Stream und
Theorieraum.
Begleitend zur Ausstellung findet am Freitag, 29. April um 19:30 das Konzert von STROM
(www.niehusmann.org/strom) im Esszimmer statt. Angelika Sheridan (Flöte/Bassflöte) und Frank
Niehusmann (Elektronik) verdichten winzige Zeitverschiebungen, Minimal-Beats und schwebende Mikro-
Modulationen zu einem musikalischen Klangraum.

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