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Als Captain Beefheart (*1941 Don Glen
Van Vliet) Mitte der 1980er Jahre
endgültig die Bühne verließ, um von da
an zurückgezogen in der kalifornischen
Wüste zu leben, ging er als
weltbekannter Musiker, der mit seinen
radikalen Arrangements Geschichte
geschrieben hatte. Es war der
ernüchterte Rückzug eines Künstlers,
dessen rohe, kraftvolle und teils
atonale Musik zwar Kritiker und
Musiker begeisterte, sich aber nur
schwer in die kommerzielle
Musikindustrie integrieren ließ.
Schon während seiner Schulzeit in
Lancaster (Kalifornien) begann er das
Zeichnen, das er in seiner Jugend
intensivierte und auch während seiner
Zeit als Musiker fortsetzte. In der
Mojave-Wüste entstand dann in nur
wenigen Jahren ein malerisches und
zeichnerisches Werk, das in seiner
künstlerischen Unangepasstheit
überraschend und einzigartig ist.
Surreale Wüstenwesen, von denen schon
seine mitunter verstörenden Liedtexte
erzählen, bewohnen nun die Bildwelten.
Dämonische Gestalten vermitteln den
Eindruck animistischer Eingebundenheit
des Künstlers in seine Umgebung. Van
Vliet löst diese figürlichen
Kompositionen, deren Intimität
vordergründig kaum mit der spröden
Distanz seiner Musik zu vereinbaren
ist, immer wieder in organischen
Abstraktionen auf. Don Van Vliets
Kunst zeugt von einer intuitiven
Bezugnahme auf die Kunstgeschichte,
doch jeder Versuch einer dahingehenden
Kategorisierung ist unzureichend. Was
bleibt sind Bilder, die in ihrer
unverstellten Direktheit berühren und
von lange verlorenen Ängsten und
Sehnsüchten berichten.
„Fratzen, Tiere, Frauenkörper und
andere figurative Anspielungen bleiben
unverbunden. Entweder sie äugen aus
den Ritzen und Lücken der Oberfläche,
oder sie bleiben ambivalent,
Zwittererscheinungen aus Abstraktion
und Figuration […] Ein Auftauchen und
Verschwinden von Schattenexistenzen,
die zwischen Anwesenheit und
Abwesenheit umhergeistern.“ (Wilfried
Dickhoff, 1988)
Neben einigen Galerieausstellungen
seit den frühen 1970er Jahren wurden
im San Francisco Museum of Modern Art
(1988), im Bielefelder Kunstverein
(1993-1994), und im Cleveland Center
for Contemporary Art (1995)
institutionelle Einzelausstellungen
zum Werk Don Van Vliets gezeigt.
Titel: Beatle Bones n' Smokin Stones,
Album: Strictly Personal (1968)
Abbildung:
Don Van Vliet,Striped Light, 1986, Öl
auf Leinen, 194 x 260 cm
© Estate of Don van Vliet, Courtesy
Galerie Michael Werner Märkisch
Wilmersdorf, Cologne & New York