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Ausstellung

Marianne Werefkin. Vom Blauen Reiter zum Großen Bären – Ausstellung

Marianne Werefkin. Vom Blauen Reiter zum Großen Bären
Marianne Werefkin (1860–1938) gehört zu den bedeutendsten Malerinnen und Künstlerpersönlichkeiten am Beginn der Klassischen Moderne. Sie wird in ihrer Heimat bereits früh als „russischer Rembrandt“ gefeiert, stellt dann aber 1896 die eigene künstlerische Tätigkeit für zehn Jahre zurück, um Alexej Jawlensky zu fördern. Gemeinsam ziehen sie nach München, wo Marianne Werefkin einen Salon gründet, in dem bald ein lebhafter Austausch mit Wassily Kandinsky, Gabriele Münter und vielen weiteren modernen Künstlern stattfindet. Hier wird 1908 die Idee der Neuen Künstlervereinigung München geboren, aus der 1911 Der Blaue Reiter hervorgehen sollte. Werefkin bringt die Entwicklung des deutschen Expressionismus massiv voran. In ihrer malerischen Auffassung ist sie ihren heimischen Künstlerkollegen und sogar den Ideen der Fauves oftmals einen Schritt voraus.

Marianne Werefkins Werk besticht mit farbkräftigen Landschafts- und
Gesellschaftsdarstellungen – ihre Schilderung der Naturerhabenheit ist ebenso bemerkenswert wie ihre Wiedergabe der Arbeiterschaft. Sie reagiert unmittelbar auf den modernen Zeitgeist: Sie bannt Freizeitvergnügen wie Varietétanz, Café- und Zirkusszenen ebenso auf ihre Bilder wie Fabrik-arbeiter, Wäscherinnen oder Fischer. Stets spielen die Menschen eine
wesentliche Rolle – auch vor imposanten Landschaftskulissen, auch zur Staffage reduziert. Bereits 1900 schreibt Werefkin nieder: „Um einen Ausdruck, ein Gefühl wiederzugeben, braucht man nicht hundert Figuren. Im Gegenteil: Das Gefühl ist einfach. Das Gefühl ist das ursprüngliche Element der gegenwärtigen Kunst. Es ist eine unteilbare Einheit. Man kann nicht gleichzeitig zwei Schmerzen fühlen, zwei Lichter sehen, zwei Töne hören... Je einfacher darum das Gefühl wiedergegeben wird, umso mehr wird es eins mit der Form des Ausdrucks. Je stärker sich das Gefühl ausdrückt, umso mehr Stil enthält es. Um die Trauer eines Abends darzustellen, seine letzten Sonnenstrahlen, seine herabsteigende Dämmerung, das ersterbende Leben, braucht es keine traurige Jungfrau, keine Urne, kein heimkehrendes Vieh, kein Rauch aus der Hütte und keinen Nebel über dem See.“

Ausgedehnte Reisen nach Frankreich und Litauen, nach Murnau und
Prerow, sowie schließlich ihre durch den Ersten Weltkrieg bedingte Übersiedlung in die Schweiz bieten Marianne Werefkin wichtige Anregungen. In ihrer neuen Wahlheimat Ascona am Lago Maggiore findet sie Anschluss an den dortigen Künstlerkreis, ist 1924 Mitbegründerin der Vereinigung Der Große Bär und ihre farbgewaltige und tiefgründige Bildsprache reift weiter aus. Marianne Werefkins künstlerischer Ideenreichtum ist bis zu ihrem
Tode schier unerschöpflich: Ihr Spiel mit kühnen Farbkombinationen und forcierten Perspektiven, ihr Blick in die Natur und auf Industriebauten sowie ihre Wahrnehmung der Menschen ihrer Umgebung führt zu stets neuen, spannenden Bildfindungen.

Den beeindruckenden Gemälden, Zeichnungen und Skizzen dieser außergewöhnlichen Künstlerin werden einige Arbeiten ihrer „Schwestern im Geiste“ an die Seite gestellt: Gabriele Münter (1877–1962), Erma Bossi (1875–1952), Else Lasker-Schüler (1869–1945), Maria Marc (1876–1955), Natalia Gontcharova (1881–1962), Elisabeth Epstein (1879–1956) und Elena Luksch-Makowsky (1878–1967) hatten wie Marianne Werefkin in der damaligen männlich dominierten Kunstwelt einen schweren Stand, doch sind ihre Werke wahre Entdeckungen. Auch Werefkins Künstlerkollegen vom Großen Bären werden mit Einzelwerken vorgestellt. Die Ausstellung mit hochkarätigen Leihgaben von der Fondazione Marianne Werefkin in Ascona und aus europäischen Museumssammlungen sowie Privatbesitz würdigt Marianne Werefkin zum ersten Mal im Südwesten Deutschlands. Anschließend wandert die Ausstellung ans Paula Modersohn-Becker
Museum Bremen, das mit der Jacobs University im September ein internationales Symposium ausrichtet.


Begleitprogramm

Öffentliche Führungen
Jeden Sonn- und Feiertag, jeweils 11.30 Uhr

Führung für Lehrkräfte
Montag, 28. April, 17 Uhr

„Die Farbe beißt mich ans Herz!“
Kuratorenführung mit Dr. Petra Lanfermann
und szenische Rezitation mit Lisa Kraus
Donnerstag, 24. April, 18.30 Uhr
Donnerstag, 12. Juni, 18.30 Uhr

Der persönliche Blick
Ausstellungsrundgang mit Dr. Bernd Fäthke, Werefkin- und Jawlensky-Experte
Donnerstag, 8. Mai, 18.30 Uhr

Anders hingeschaut!
Ausstellungsrundgang mit Barbara Springmann, Diplomrestauratorin
Donnerstag, 22. Mai, 18.30 Uhr
Donnerstag, 5. Juni, 18.30 Uhr

Kunst-Genuss
Kuratorenführung und anschließendes 3-Gänge-Menü à la Werefkin
Donnerstag, 15. Mai, 18 Uhr
Donnerstag, 3. Juli, 18 Uhr
In Kooperation mit dem Café Fräulein Bentz
29 € inkl. Eintritt
Anmeldung unter 07142 74-483

Italienisch im Museum
mit Katrin Held
4 x mittwochs: 7., 14., 21., 28. Mai, jeweils 14.30–16 Uhr
Grundkenntnisse erforderlich
Anmeldungen bei Schiller-VHS (für Kurs 14A 463106): 07141 144-1666


Workshops für Kinder und Jugendliche

Vulkanausbruch nach Werefkin
Samstag, 26. April, 14 – 17 Uhr
für Kinder von 5 bis 11 Jahren

Fortsetzung folgt…
Samstag, 17. Mai, 14 – 17 Uhr
für Kinder von 8 bis 14 Jahren

Eine Reise durch die Welt der Farben
Samstag, 28. Juni, 14 – 17 Uhr
für Kinder von 6 bis 10 Jahren

Anmeldung für Workshops unter: 07142 74-483

Städtischer Kindertag
Samstag, 5. Juli, 10–18 Uhr auf der Metterinsel
Keine Anmeldung erforderlich

Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag 14–18 Uhr
Donnerstag 14–20 Uhr
Samstag, Sonntag, alle Feiertage 11–18 Uhr

Eintritt frei jeden ersten Freitag im Monat!
Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €
Öffentliche Führungen 3 € zzgl. Eintritt
Spezialführungen 5 € zzgl. Eintritt
Private Gruppenführungen 55 € / 65 € zzgl. erm. Eintritt
Führungen für Gruppen und Schulklassen nach telefonischer Vereinbarung


Katalog zur Ausstellung 28 €


Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Hauptstraße 60–64
74321 Bietigheim-Bissingen
Telefon 07142 74-483
Telefax 07142 74-446
http://galerie.bietigheim-bissingen.de
galerie@bietigheim-bissingen.de




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