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Ausstellung

Fred Stelzig: "Der kürzeste Nenner ist Poesie" – Ausstellung

Fred Stelzig: "Der kürzeste Nenner ist Poesie"
Fred Stelzig (1923–2006) prägte mit seiner Kunst am Bau öffentliche und private Räume, besonders das Stadtbild Besigheims, wo er 61 Jahre lang lebte. Neben der angewandten Kunst, etwa dem Entwerfen und Fertigen von Wandteppichen, arbeitete Stelzig auch in den klassischen Bereichen bildender Kunst. Während die frühen Arbeiten der 1940er Jahre einen noch deutlich gegenständlichen Charakter aufweisen, findet der Künstler in dem darauffolgenden Jahrzehnt zu seiner abstrahierten Formensprache. Angeregt durch die Landschaftseindrücke längerer Reisen, unter anderem nach Finnland, Italien und in die Türkei, erzielt er in seinen Werken eine poetische Wirkung. Dadurch macht Stelzig die Kunst – in einer von Missständen geprägten Welt – zu einem »ruhenden Pol« für die Menschen. Zahlreiche Gemälde, Zeichnungen und Grafiken aus dem Nachlass bereichern seit 2010 den Bestand der Städtischen Galerie und werden nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Damit würdigt die Ausstellung mit Werken aus 50 Jahren Schaffenszeit einen der vielseitigsten und bedeutendsten Künstler der Region, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte. Als besonderes Highlight steuert Simone Westerwinter, die heute in Stelzigs ehemaligen Haus und Atelier lebt und arbeitet, eine künstlerische Intervention bei.

Das Werk der Konzeptkünstlerin Simone Westerwinter (*1960) umfasst eine enorme mediale Bandbreite. Sie malt, modelliert, performed, lässt performen, unterrichtet, installiert und interveniert. Die eigens für die Ausstellung »Fred Stelzig: Der kürzeste Nenner ist Poesie« geschaffene Videoinstallateion thematisiert die Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Raum und zwischen Künstler und Kunstbetrachter – der Schauplatz der Szenerie ist das ehemalige Atelier Fred Stelzigs, in dem Simone Westerwinter heute arbeitet. In dem Video entdeckt ein älterer Herr nicht nur die Kunst, die sich in den Räumen befindet, sondern er lernt auch die Künstlerin mit der goldenen Maske kennen. Schließlich sind es die Goethe’schen »sich ereigneten unerhörten Begebenheiten« mittels derer die gewohnte Ordnung durchbrochen wird und zu welcher der Mensch – als Mitwirkender und Betrachter – durch ein Ja oder Nein Stellung beziehen muss.

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