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Der ägyptische Künstler Wael Shawky
widmet sich in seinen filmischen,
installativen und performativen Arbeiten
Prozessen der Neuordnung sozialer und
politischer Systeme, die im arabischen
Raum seit Jahrzehnten zu beobachten
sind. Durch Neuinszenierungen
historischer Ereignisse mit Kindern oder
Marionetten sowie mit den Mitteln
inhaltlicher und formaler Verrückung und
Verfremdung schafft er einen
Übergangsraum zwischen Dokumentation,
Fiktion und Animation. Liebevoll und
detailliert produzierte Bühnenbilder und
Kostüme, ein Reichtum der Bezüge auf
literarische und historische Quellen
sowie der bewusste Einsatz von Musik
formen außergewöhnlich facettenreiche
Filme, die uns Geschichte und Gegenwart
neu denken lassen.
Für seine Einzelausstellung in den KW
Institute for Contemporary Art in Berlin
hat Wael Shawky eine raumgreifende neue
Videoinstallation geschaffen. Ausgehend
von seinen persönlichen Erfahrungen in
Al Araba Al Madfuna in Oberägypten – der
antiken Stadt Abydos –, inszeniert er
mithilfe von Kindern die Geschichte
eines dort ansässigen Schamanen neu: Als
eine verheißungsvolle Gestalt mit
Schnauzbart und einer Laterne in der
Hand den Versammlungsraum der Gemeinde
in Al Araba Al Madfuna betritt, lüftet
sich ein unerwartetes Geheimnis, das
unter dem Teppich in der Mitte des
Raumes verborgen lag. Ein Loch im Boden
verheißt Reichtum, und die Grabungen
beginnen …