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Die 1970 in Wien geborene, heute in
Berlin und Wien lebende Künstlerin Elke
Silvia Krystufek arbeitet als Malerin im
Bereich der Gender-Thematik, die sie
durch die intensive Auseinandersetzung
mit dem Islam, dessen Bilderverbot sowie
dem anderen Umgang mit der Vorstellung
von Zeit jüngst wesentlich erweitert.
Malerei bedeutet für Krystufek ein
Gemälde auf Leinwand zu malen, eine
Plastik, ein Video oder eine
Installation zu realisieren, oder auch
eine Ausstellung zusammen zu stellen.
Sogar eine ganze Ausstellungsreihe, wie
sie die Künstlerin für 2011/12 unter dem
Gesamttitel "Harmonie" in London, Los
Angeles, Zürich, Poitiers und Berlin
plant, versteht Krystufek als
"Landschaft und Gemälde".
Im Haus am Waldsee wird das Verdrängte
von Lust, Gefühl, Körperlichkeit,
Affektivität, Spiel, Spontaneität,
Neugier und Unbewusstem in Form von
Zeichnungen, Texten, Malerei, Fotografie
und Video im Dialog untereinander
sichtbar gemacht. Die Künstlerin wird
das Ausstellungshaus mit
unterschiedlichen Materialien aus den
Massenmedien, mit Bildern des Fremden,
Neuen, Unberechenbaren füllen, und ihr
unerschöpfliches visuelles Material im
Prozess des Aufbaus landschaftlich
verdichten. Dabei tragen einige
Zeichnungen poetische Tagebuchtexte, die
sich offen an den Betrachter wenden und
ein Zu-sich-selbst-kommen im Anderen
thematisieren, wie es als Motto über dem
Gesamtwerk, das die Künstlerin bis heute
geschaffen hat, stehen könnte. Ihr
kritisch-subjektiver Zugriff auf die
Welt entspricht einer Repolitisierung
des Intimen.
Auf der Basis von zwei frühen
Landschaftsgemälden baut Krystufek ihre
Ausstellung assoziativ wie ein Gemälde
auf. Bis zur Eröffnung unterliegt der
kuratorisch-künstlerische Prozess der
Dynamik des Wandels. Konzepte können
ebenso schnell gefasst wie radikal
verworfen werden.
"Harmonie 20" wird die erste
institutionelle Einzelausstellung von
Elke Silvia Krystufek in Berlin sein.