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Ausstellung im Marburger Kunstverein vom 03.06. - 21.07.2011
Vom 03. Juni bis 21. Juli 2011 treffen im Marburger Kunstverein großformatige Gemälde und Zeichnungen von Dirk Sommer auf außergewöhnliche Keramikskulpturen von Stephan Hasslinger.
Nach Abschluss seines Bildhauerei-Studiums in Bremen und Berlin entdeckte der gebürtige Marburger Stephan Hasslinger seine Faszination für das Arbeiten mit Keramik während eines Werkstipendiums am European Ceramic Work Center im niederländischen S’Hertogenbosch.
Die Beschaffenheit des Tons gibt Hasslinger nach eigener Aussage die Möglichkeit, eine nahezu malerische Position innerhalb der Bildhauerei einzunehmen, bei der das Objekt nicht in seiner Abgeschlossenheit sondern in seiner Transformation im Vordergrund steht.
Der keramischen Umsetzung gehen Collagen, übermalte Fotografien und Zeichnungen voraus. Als Fundus dienen Hasslinger motivische Anleihen aus der Welt der Bekleidung und deren Reservoire an Formen, Mustern, Ornamenten und Oberflächen. Aus Modemagazinen und Katalogen schneidet er Details heraus, verfremdet und bearbeitet sie, bis sie sich zu abstrakten Mustern formen, die in die weitere Umsetzung der Plastik einfließen.
Dabei knetet, rollt, biegt und dehnt er die ungefähr fingerdicken Tonstränge solange, bis sie sich zu durchbrochenen Mustern zusammenfügen, die in ihrer dichten Schlaufentechnik an ein gewirktes oder gestricktes Material erinnern. Diesen filigranen Strukturen stellt Hasslinger größere, glatte, meist farbig betonte Flächen gegenüber. Dieses Wechselspiel von Offen- und Geschlossenheit ist allen Objekten Hasslingers zu eigen. In ihrer assoziativen Nähe zum Textilen, Weichen und Zerfließenden loten sie auf provozierende Weise die Möglichkeiten moderner Tonskulpturen aus.
Dirk Sommer, 1954 in Darmstadt geboren und aufgewachsen am Niederrhein, verdichtet in den großformatigen Bildern seiner Werkzyklen Landschaftsimpressionen und Reiseerfahrungen.
Changierend zwischen Konkretisierung und Unschärfe wohnt Sommers Bildern eine geheimnisvolle Grundstimmung inne. Motivische Assoziationen werden in der Regel nicht festgeschrieben, sondern dem Betrachter als Gedankenspiel überlassen. Auf den offenen Bildbühnen blitzt Gegenständliches auf und wird zugleich von einer gestischen Malerei scheinbar spielerisch ergänzt.
Sommer arbeitet ohne vorbereitende Zeichnungen. Bei ihm geschieht, wie er sagt, „das Malen wirklich erst beim Malen, das sich auf die unbewussten Prozesse geradeso einlässt wie auf die bildnerischen Entscheidungen.“ Die Bilder, meist entstehen mehrere einer Werkreihe parallel, liegen beim Malen auf dem Tisch oder dem Boden, um einen ungehinderten Zugang von allen Seiten zu ermöglichen.
Einen Schwerpunkt der Marburger Ausstellung bilden Arbeiten aus den letzten vier Jahren, die sich auf Sommers regelmäßige Aufenthalte in Mexiko beziehen. Als Anspielung auf die spezifische Ästhetik der dortigen Mauermalerei findet hier die gesprühte Farbe als neues Malmittel Verwendung.
Begleitend zur Ausstellung erscheint der Katalog „ Dirk Sommer. Guten Morgen, Guten Abend und alles was dazwischen liegt“, herausgegeben von Hans-Joachim Müller, Michel Herrmann und Dirk Sommer, 184 Seiten, 84 Farbabbildungen, Edition Minerva GmbH, München.
Die Eröffnung der Ausstellung Stephan Hasslinger & Dirk Sommer findet am Freitag, 03. Juni 2011, um 18.00 Uhr im Marburger Kunstverein statt. Es spricht Hans-Joachim Müller, Freiburg.
Wie gewohnt führt die Kunsthistorikerin Antje Galensa jeden Samstag um 16 Uhr durch die Ausstellung. Die Teilnahme an den Führungen ist kostenfrei.
Marburger Kunstverein
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35037 Marburg
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