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SIMONE WESTERWINTER »PICKNICK AM
WEGESRAND«
STUTTGART, 4. Februar 2011
Picknick ist etwas Schönes, Sinnliches,
eine Pause die man sich gönnt, ein
fröhlicher Moment, ein genussvoller
Augenblick der Stärkung. Eine karierte
Tischdecke im Grünen. Erwünschte
Einsamkeit und Kontemplation im besten
Sinne. Oder auch angenehme
Gesellschaft, gut gelaunte Menschen,
plaudernde Konversation bei mindestens
passablem Wetter an einem Fleckchen
Natur. Vielleicht mit schöner Aussicht.
Weniger romantische Assoziationen
hatten die russischen Schriftsteller Arkadi
und Boris Strugatzki. In ihrer
phantastischen Erzählung „Picknick am
Wegesrand“ gibt es so genannte Zonen
auf der Erde, über welche die
Erdbewohner mutmaßen. Hier sollen sich
Außerirdische, genannt Besucher,
temporär aufgehalten haben. Zurück
blieben verlockende aber auch
gefährliche Phänomene. Eine
märchenhafte goldene Kugel mit
magischen Fähigkeiten zum Beispiel, die
Wünsche erfüllen kann. In einer
Interpretation heißt es, dass die Besucher
die Zivilisation der Erde weder sahen
noch verstanden. Als ob sie gedankenlos
ein Picknick am Wegesrand abhielten.
Sodann hätten sie sich wieder auf ihren
Weg gemacht und verschwanden für
immer. Und hinterließen in den Zonen
achtlos die Reste ihres Picknicks, jene
mysteriösen Überbleibsel, von welchen
nun sowohl große Anziehungskraft wie
etwas lauernd Unheimliches ausgeht.
Könnte das Picknick am Wegesrand ein
Bild für die Kunst sein?
Das Leben gönnt sich eine ästhetische
Unterbrechung. Der Besucher nimmt
gedanklich auf einer hübschen Plattform
Platz und betrachtet (sich selbst), ohne
sich vollständig von seinem konkreten
Wege- und Bezugssystem zu entfernen –
doch aus einer anderen Perspektive –
und wittert ...
Von Simone Westerwinter.
Eröffnung: Freitag, den 4. Februar 2011,
19.00 bis 21.00 Uhr
Dauer der Ausstellung: bis 26. März 2011
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von
13.00 bis 18.00 Uhr, Samstag von 11.00
bis 16.00 Uhr, u.n.V.