Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
Die brasilianische Künstlerin Renata Lucas arbeitet stets mit vorhandenen Situationen. Von Fiktionen ausgehend greift sie in vorgefundene Landschaften und Architekturen ein und erhebt den Hintergrund zur Hauptfigur. Ihre Versetzungen lassen Räume ins Bewusstsein treten, legen deren tiefe Strukturen frei und inspirieren Bedeutungswandel. In ihrer neuen Arbeit Kunst-Werke, 2010 (Cabeça e cauda de cavalo) entwickelt sie eine geometrische Veränderung an den Extrempunkten des Geländes der KW Institute for Contemporary Art in Berlin, lässt Grenzen ins Schwingen geraten und Schwellen überschreitbar werden.
Als Preisträgerin des Kunstpreises der Schering Stiftung 2009 wird Renata Lucas in den KW erstmals in Deutschland vorgestellt. „Renata Lucas beeindruckt insbesondere durch ihre subtilen, in der Realisierung häufig aufwändigen Eingriffe an der Grenze zwischen Innen und Außen, durch die sie sowohl das Konzept von Eigentum als auch die Rolle des Menschen in architektonischen und stadtplanerischen Prozessen hinterfragt“, so die Begründung der Jury.
Renata Lucas (* 1971 in Ribeirão Preto, Brasilien) schloss 1999 ihr Studium der bildenden Künste an der brasilianischen Unicamp (Universidade Estadual de Campinas) mit einem Master ab und promovierte anschließend an der Universität von São Paulo. 2001 eröffnete sie mit einer Künstlergruppe in São Paulo die nicht-kommerzielle Galerie „10,20 x 3,60“, in der sie ihre erste Einzelausstellung präsentierte. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Bienal de São Paulo (2006), in der Tate Modern, London (2007), dem Institute of Contemporary Art in Boston (2008) und der Biennale of Sydney (2008) gezeigt. Im vergangenen Jahr präsentierte sie eine Arbeit in der Ausstellung „Fare Mondi // Making Worlds“ auf der 53. Biennale di Venezia. Renata Lucas lebt und arbeitet in São Paulo.
2009 hat die Schering Stiftung den Kunstpreis der Schering Stiftung zum ersten Mal in Kooperation mit den KW Institute for Contemporary Art verliehen. 15 international renommierte Kuratorinnen und Kuratoren haben jeweils eine Künstlerin oder einen Künstler für den Preis nominiert. Eine Jury, bestehend aus Prof. Dr. Horst Bredekamp, Dr. Ulrike Groos, Udo Kittelmann, Susanne Pfeffer und Dr. Theodora Vischer, wählte Renata Lucas aus den Nominierten aus.
Zur Ausstellung erscheint in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin ein von Manuel Raeder gestalteter Katalog mit Texten von Jens Hoffmann und Charlotte Klonk sowie einem Gespräch zwischen Renata Lucas und Susanne Pfeffer, herausgegeben von Heike Catherina Mertens, Schering Stiftung, und Susanne Pfeffer, KW Institute for Contemporary Art (argobooks Berlin, 2010, 12 Euro).
Öffnungszeiten: Di – So 12 – 19 Uhr, Do 12 – 21 Uhr
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro
Donnerstagabend-Ticket (19 – 21 Uhr): 4 Euro (inklusive Führung)