Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
ATUL DODIYA
If it rains fire
8 Oktober - 13 November 2010
Nature Morte Berlin freut sich eine Ausstellung von neuen Arbeiten des Künstlers Atul Dodiya anzukündigen.
Im Laufe seiner außergewöhnlichen Karriere befasste sich Atul Dodiya immer wieder mit der Frage nach der Position zeitgenössischer indischer Kunst in der modernen Welt, eine Frage, welche durch eine stetige Auseinandersetzung mit Indiens Selbst- und Fremdwahrnehmung vertieft wurde. In Form einer ikonographischen Forschungsreise untersucht der Künstler die Beziehung zwischen zeitgenössischer indischen Kultur und ihren Traditionen und erforscht gleichzeitig die Schnittstellen Indiens mit internationalen Entwicklungen. Dodiya’s teils autobiografische, teils hintersinnig humorvolle Werke vereinen Materialien und Bilder zu komplexen Puzzeln, welche seinen Blick als international renommierter Künstler, der in Indiens kosmopolitischster Stadt lebt und arbeitet, reflektieren.
Die Ausstellung wird zum größten Teil aus “Gemälden” bestehen, die den Anschein haben noch im Schaffensprozess zu stecken. Mit der Vorderseite zur Wand und auf Blöcken stehend, präsentieren sich die Arbeiten den Betrachtern als Rückseiten bespannter Leinwände in denen Streben den Raum in Rechtecke und Vierecke teilen. Dabei handelt es sich nicht um konventionelle Gemälde, sondern vielmehr um Gemälde-Repliken, die komplett aus Stahl sind und fahl-silbern poliert wurden. Auf den Flächen der Leinwandrückseiten verbinden sich Bilder aus einer Lötpaste (sonst zur Reparatur von Autos verwendet) vom Künstler auf die Flächen geschmiert, mit Kühlschrankmagneten, allesamt Abbilder der größten Erfolge der Kunstgeschichte, zusammengetragen aus Museumsshops der ganzen Welt. Die daraus entstehenden Arbeiten sind mit unzähligen Referenzen gespickte Rätsel, welche vom Künstler gewissenhaft ausgewählt wurden um ein Amalgam von Identitäten zu schaffen, dass authentisch und aufrichtig ist.
Zusätzlich zu diesen Arbeiten wird die Ausstellung großformatige Aquarelle, eine skulpturale Arbeit und zwei Sets kleinformatiger Papierarbeiten umfassen, welche allesamt Weiterführungen bereits existenter Werke Dodiyas darstellen. Diese Arbeiten komplimentieren und erweitern die Bilder und Materialien der “Replik” Gemälde mit der Absicht eine rhizomatische Struktur zu kreieren, anhand welcher der Künstler seine Einflüsse, die Manipulation von Bedeutungen mittels Nebeneinanderstellungen, sowie sein starkes Bewusstsein darüber was es heißt Kunst vom Ausgangspunkt eines globalisierten Konsumverhaltens zu produzieren, reflektiert.
Atul Dodiya wurde 1959 in Bombay (inzwischen Mumbai) geboren und studierte an der Sir JJ School of Art in Bombay und der Ecole des Beaux-Arts in Paris. Seiner ersten Einzelausstellung in der Galerie Chemould 1989 folgten mehr als 25 weitere Einzelausstellungen. 2001 wurde seine Retrospektive im Japan Foundation Asia Art Center in Tokio gezeigt und 2002 zeigte das Reina Sofia Museum in Madrid eine Einzelausstellung seiner Arbeiten. Darüber hinaus nahm Atul Dodiya Teil an der 1.Yokohama Triennale in Japan (2001), der 51.Biennale in Venedig (2005), der Dokumenta 12 in Kassel (2007), der 7.Gwangju Biennale in Südkorea (2008) und der 3.Moskau Biennale (2009).