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Ausstellung

Gegen den Ma(h)lstrom – Ausstellung in Murchin

Gegen den Ma(h)lstrom
Der in Berlin lebende Künstler Reiner Schwarz, hat seine Arbeiten auf Papier als „Augenblicke der Stille“ bezeichnet.
Reiner Schwarz wurde 1940 in Hirschberg im Riesengebirge geboren und verbrachte nach der Ausweisung aus Schlesien Kindheit und Schulzeit in Hannover. 1960 begann er sein Kunststudium an der Hochschule der Künste in Berlin beim Surrealisten Mac Zimmermann. Surreal waren auch seine Anfänge, die man früh in Hannover sehen konnte. 1968 war Reiner Schwarz Meisterschüler an der Berliner Hochschule der Künste, da hatte er schon die ersten 20 Einzelausstellungen in Deutschland erfolgreich hinter sich gebracht.
Die Kritik nannte ihn einen „Menschenmaler“ – und tatsächlich stand im Mittelpunkt jedes Bildes das menschliche Antlitz als Spiegel der Gefühle, der Freude und der Angst, der Verletzung durch die Unzulänglichkeiten dieser Welt.
Jetzt, 40 Jahre später, in dieser Ausstellung sieht man keine Menschen mehr. Hat er sich so verändert?
Hier sieht man Stilleben, Gegenstände und menschenleere Räume. Reiner Schwarz sagt:„Aber es sind Räume, in denen die Menschen gelebt haben, ihre Spuren hinterließen und die Räume geprägt haben. Die Gegenstände wurden vom Gebrauch durch Menschen selbst zu Individuen, sie tragen die Erinnerung an diese Menschen in sich, die sie besaßen und benutzten. Mein Respekt gilt diesen Gegenständen und den Menschen, die ich nicht kannte und die ich nicht darstelle, die diesen Gegenstände aber Leben gaben.“

1988 begann der Künstler realistisch auf großformatigen Packpapieren zu zeichnen. Der Chefrestaurator der Berliner Museen, Preußischer Kulturbesitz, sagt über die Qualität dieser DDR-Packpapiere: Sie sind ein Naturprodukt, dunkeln ganz leicht nach und sind völlig unbedenklich im konservatorischen Sinne.
Der Kunstwissenschaftler Helmut Börsch-Supan sagt zu diesen Arbeiten:
„Reiner Schwarz zeigt den Blick auf die Wirklichkeit, aus der der Mensch verbannt ist und nur das zu sehen ist, was er angerichtet hat … Seine Botschaft ist sanft, aber subversiv. Sie ist Widerstand gegen die unmenschliche Schnelligkeit der Maschine. In den Bildern wird für einen anderen Umgang mit der Zeit und damit auch mit dem Leben plädiert.“